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von HANNA KLOUTH (Kölnische Rundschau)


WEILERSWIST. "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein!" Von dieser Botschaft des Liedermachers Reinhard Mey konnten sich am Wochenende die Besucher des Wiesenfestes auf dem Ultraleicht-Flugplatz überzeugen und sich bei einen Rundflug über die Weilerswister Umgebung dem Himmel ein Stück näher fühlen. Trotz des relativ schlechten Wetters ließen es sich viele Besucher nicht nehmen, das eigene Heim mal aus 400 Metern Höhe zu betrachten. Ob nun mit einem ultraleichten Doppel- oder Tiefdecker oder im Gyrokopter - die Flugzeug-Fans kamen auf ihre Kosten.

Bevor die ersten Ultraleicht-Flugzeuge in die Luft gehen können, steht ein Wetterflug auf dem Programm. Markus Petrak schlendert zu seiner D-MOPF, einem Ultraleicht-Hochdecker des Typs "Rans S6". Mit dem Allerwertesten voran steigt er in seine Maschine. Anschnallen, Kopfhörer aufsetzen und Propeller starten. Langsam rollt der Flieger zur Startbahn. Markus Petrak beginnt damit, die Checkliste abzuarbeiten - denn Sicherheit wird auch bei den Ultraleichten groß geschrieben.

"Wenn man vor dem Start einen ordentlichen Sicherheitscheck durchführt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen", erklärt der Hobbyflieger. Langsam nähern sich Öl und Wasser der gewünschten Temperatur - es kann also bald losgehen. Die Vorfreude steigt, endlich kann er wieder fliegen. Kurzer Kontakt zum Tower - und schon setzt sich die zwölf Jahre alte Maschine in Bewegung.

Sie hoppelt gegen den Wind die Startbahn entlang und hebt ab. Doch momentan kann Markus leider noch keine rosigen Wetteraussichten an den Tower funken, so dass er nach einer kleinen Runde über die Umgebung wieder zur Landung ansetzt.

Markus wird an diesem Tag, genau wie seine Kollegen, noch häufiger in die Lüfte steigen. "Also maximal sind so 15 Flüge pro Tag für einen Piloten möglich", erzählt er.

Flüge sind auch ganz spontan möglich

Als ehemaliger Segelflieger kennt er auch den großen Vorteil, den das Ultraleichtfliegen mit sich bringt: "Man kann viel spontaner fliegen, das heißt auch einfach mal nur eine Stunde in die Luft gehen, wenn man darauf Lust hat, während man beim Segelfliegen eigentlich den ganzen Tag über unterwegs ist. Außerdem kann man auch einfach mal von A nach B fliegen", schwärmt der Hobbypilot. Ein Vorteil, den auch gerne mal der ganze Verein ausnutzt und einfach mal mit ein paar Fliegern zu einem Kurzurlaub auf die Ostfriesischen Inseln hüpft.

Aufräumen will der Verein mit dem Irrglauben, Fliegen sei nur etwas für Reiche. "Wenn man zu zweit oder zu dritt ein solches Flugzeug in einer Haltergemeinschaft hat, dann ist dieses Hobby kostenmäßig mit dem Motorradfahren zu vergleichen", weiß Werner Karg, der Präsident des Vereins. Auch er ist schon seit 15 Jahren dabei und genießt jede Minute, die er mit seiner Maschine in der Luft verbringen kann. Wer bei einem seiner Rundflüge Appetit aufs Fliegen bekommen hat, der kann im Verein auch seine Fliegerlizenz erwerben und darf dann so lange fliegen, wie der Fliegerarzt sein Okay gibt.

Während Papa oder Mama sich auf dem Wiesenfest in die Lüfte erhoben, konnten sie den noch nicht flüggen Nachwuchs vertrauensvoll in die Hände der Weilerswister Kita "Spatzennest" aus Weilerswist geben. Das Spatzennest sorgt schon seit Jahren dafür, dass auch den Kleinen beim Wiesenfest nicht langweilig wird. "Es gab schon Besucher, die kamen wegen der Kinderbetreuung zu uns und nicht wegen des Fliegens", scherzte Karg.



FOTO: Hanna Klouth


FOTO: Hanna Klouth


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