4000 Besucher kamen am Wochenende zum Wiesenfest nach Müggenhausen
VON EVELYN BREUER Weilerswist-Müggenhausen - Starts und Landungen im Sekundentakt: Wie auf einem Großflughafen zum Ferienstart ging es am Wochenende in Müggenhausen zu. Allerdings hatte keiner der Passagiere Gepäck dabei, denn die Flugzeuge waren so klein, dass gerade mal zwei Personen darin Platz finden konnten. Und für eine längere Urlaubsreise hätte man nicht mehr als eine Zahnbürste mitnehmen können. Der Vorstand der Ultraleicht-Fluggruppe Nordeifel hatte pünktlich ab Samstagmittag besonders schönes Wetter bestellt, um allen Besuchern des Flugplatz-Wiesenfestes in Müggenhausen das ultraleichte Fliegen näher zu bringen. Und rund 4000 Besucher kamen dann auch an den beiden Tagen. Nicht nur, um sich in den kleinen Dingern über die heimischen Wiesen und Dächer fliegen zu lassen. Auch am Boden folgte für große und kleine Leute ein Programmpunkt auf den nächsten. Die ausgestellten Maschinen fanden großes Interesse. Die Flugzeuge heißen übrigens Dreiachser, und zwar nicht wegen der Räder, sondern wegen der Lenkung, die über drei Achsen erfolgt. Und die ganz kleinen, offenen Fluggeräte nennt man Trikes. Diese werden durch Gewichtsverlagerung gesteuert. Erkennen kann man alle Ultraleicht-Flieger an ihrer fünfstelligen Buchstabenkennzeichnung. Der zweite Buchstabe nach dem D für Deutschland ist immer ein M. Als Gaststar war von der Dahlemer Binz ein Tragschrauber da. Der einzige, den es zurzeit im Kreis gibt. Wenn man mit diesem Gerät in den Lüften unterwegs ist, muss man sich allerdings einen Thermoanzug anziehen, sonst wird's ziemlich kalt, denn um einen herum ist nicht viel windabweisendes Material. Besondere Aufmerksamkeit bei den Zuschauern erregte der Absprung der beiden Fallschirmspringer über dem Platz. Erst seit zwei Jahren ist das Fallschirmspringen aus Ultraleicht-Fliegern erlaubt. Man musste sich ganz schön den Kopf verrenken, um die kleinen Maschinen in rund 1000 Metern Höheerkennen zu können. Die „Beifahrertüre" an jedem der Flugzeuge war vorher demontiert worden, damit die Springer „aussteigen" konnten. Als winzig kleine Punkte kamen die beiden, Robert Manstein aus Koblenz und Rainer Schulz-Winzer, seines Zeichens zweiter Vorsitzender der UL-Fluggruppe, an ihren bunten Schirmen hängend auf die Wiese zu. Selbst der Moderator war sich nicht sicher, ob eine Landung an der dafür vorgesehenen Stelle klappen würde. Zu sehr steuerten die beiden auf die Hallendächer zu. Doch alles nur Show! Der Bodenkontakt erfolgte natürlich punktgenau auf der Landebahn. Die Flieger ließen sich auch nicht von den bunten Luftballons irritieren, die im Rahmen der Kinderbetreuung durch die Mitarbeiterinnen des „Spatzennestes Weilerswist" immer mal wieder in den Himmel losgeschickt wurden. Wer weiß, wo die angehängten Karten niedergehen. 100 Mitglieder, davon 70 fliegende, und 60 Fluggeräte hat der Verein, der das Flugplatz-Wiesenfest nun seit einigen Jahren regelmäßig ausrichtet. Angesichts der hervorragenden Organisation und des wirklich tollen Programms, das hauptsächlich mit vereinseigenem Engagement bewältigt wurde, eine stolze Leistung. „Uns ist es wichtig, dass auch die Menschen aus den umliegenden Ortschaften sich unser Hobby einmal aus der Nähe ansehen können", meinte Werner Karg, Vorsitzender des Vereins, dem übrigens auch der Bürgermeister von Wesseling, Günter Ditgens, angehört. Wie viele Vereinsmitglieder gehörte er ebenfalls zu den Piloten, die unablässig begeisterte Besucher durch die Lüfte kutschierten. Geschätzte 5000 Starts und Landungen gibt es jedes Jahr auf dem Flugplatz in Müggenhausen, wo nach der Fertigstellung der zweiten Flugzeughalle nun ein neues Clubhaus gebaut wird, damit im nächsten Jahr der 25. Geburtstag gebührend gefeiert werden kann. Und regelmäßig fliegen die Mitglieder „als Flotte" mal eben übers Wochenende nach Sylt, Rostock oder Zell am See. Immerhin sieht man auf dem Weg dorthin viel mehr als auf der Autobahn und hat keinen Stau. Wenn nur das Problem mit dem Urlaubsgepäck nicht wäre. |
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