VON JÜRGEN FEIBIG Weilerswist-Müggenhausen ? Wer am Freitagabend die Zufahrt zum Flugplatz der "Ultraleicht-Fluggruppe Nordeifel" passierte, wird möglicherweise einen größeren Unfall vermutet haben. Bereits aus der Entfernung war eine Vielzahl blauer Lichtblitze auszumachen. Verursacht wurde das Blaulicht von mehr als einem Dutzend Fahrzeugen der Weilerswister Gemeindefeuerwehr, die man zu einem Großeinsatz auf den Müggenhausener Flugplatz gerufen hatte. Den zur Gemeindefeuerwehr gehörenden Löschgruppen aus Weilerswist, Hausweiler, Vernich, Lommersum und Metternich/Müggenhausen war mitgeteilt worden, dass ein Ultraleichtflieger auf eine Flugzeughalle gestürzt war. Außerdem war von etlichen Verletzten die Rede. Gott sei Dank handelte es sich bei dieser Meldung um eine "Ente", die der Leiter der Weilerswister Feuerwehr, Gemeindebrandinspektor Peter Ditz, ganz bewusst in die Welt gesetzt hatte. Mit der "Falschmeldung" startete er eine groß angelegte Gemeinschaftsübung. Innerhalb weniger Minuten waren 55 Einsatzkräfte vor Ort. Fünfzehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr waren schon zu Beginn der Übung anwesend. Sie mimten nämlich die Verletzten, die es zu bergen galt. Die jugendlichen Floriansjünger wurden zu einem Zelt - in der Fachsprache als "Patientenablage" bezeichnet - gebracht, wo sie unmittelbar darauf schon wieder guter Dinge waren. Jedenfalls ließ die Geräuschkulisse im Zelt diesen Schluss zu. Derweil brachten die anderen Löschgruppenmitglieder vierzehn C-Rohre in Stellung, aus denen pro Minute bis zu 300 Liter Wasser schossen. Bevor der auf dem Flugplatzgelände vorhandene, 300 Kubikmeter fassende Löschwasserteich angezapft war, griff man zunächst auf die 8000 Liter Wasser zurück, die zwei Löschfahrzeuge mit sich führten. Nach einer Stunde triefte alles vor Nässe, nicht einmal der kleinste Funke hätte eine Überlebenschance gehabt. Feuerwehrchef Ditz, der auf dem Flugplatz eine modifizierte Einsatztaktik mit zwei Löschfahrzeugen und weniger Personal erproben wollte, zeigte sich insgesamt zufrieden: "Abgesehen von einigen Schwachpunkten lief alles planmäßig. Aber schließlich üben wir ja, um beim nächsten Mal noch besser zu werden." Das Flugplatzgelände, auf dem 70 Fluggeräte - vom Motorschirm bis hin zum Doppeldecker - untergebracht sind, wurde von der Weilerswister Feuerwehr jetzt bereits zum zweiten Mal als Übungsgelände genutzt. Die Ultraleicht-Fluggruppe unterstützt die Feuerwehr dabei gern, denn Sicherheit gehört auch im Flugbetrieb zu den wichtigsten Gesichtspunkten. Zur Freude des Vereins musste die Feuerwehr bisher kaum zu echten Notfällen gerufen werden. Der letzte und bislang einzige Einsatz, der auf dem Flugplatz durch einen Gastflieger ausgelöst wurde, liegt bereits mehr als dreizehn Jahre zurück. Werner Karg, der Vorsitzende der Fluggruppe, ist froh, dass seit Gründung der Fluggruppe im Jahr 1983 "von den Müggenhausener Piloten noch niemand zu Schaden gekommen ist." Und das, obwohl alljährlich von April bis November regelmäßig an jedem Wochenende geflogen wird. Selbst während der Woche herrscht oft reger Betrieb, wenn ein Flugleiter zur Verfügung steht. |
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