VON TOM STEINICKE
Schwarzmaar - Zwar feiert die Ultraleicht-Fluggruppe "Nordeifel" (UL-
Fluggruppe) das ganz Jahr lang ihr 25-jähriges Bestehen, aber wie sich das gehört, gibt es für die Herren der
Lüfte auch richtige Highlights. Eins davon war nun das "Schupfnudel-Fly-In" auf dem Flugplatz zwischen Schwarzmaar
und Groß-Vernich. "Wir wollten etwas anderes anbieten als Bratwurst und Reibekuchen", sagte Werner Karg, während
er in der schwäbischen Delikatesse rührte. Der Vorsitzende der UL-Fluggruppe erklärte auch gleich, was es mit einem
Fly-In auf sich hat. "Ein Fly-In ist nichts anderes als ein Treffen von Piloten aus nah und fern", berichtete er und
ergänzte, dass sogar ein Pilot aus Hamburg angeflogen sei.
Natürlich stiegen auch zahlreiche Lokalmatadoren in die Lüfte
über der Gemeinde Weilerswist. "Der Anschaffungspreis einer Maschine ist nicht gerade günstig, aber dafür sind die
Folgekosten nicht teurer als bei jedem anderen Hobby auch", so Karg. Die Propeller-Maschinen kosten gerne schon mal
einen fünfstelligen Betrag. Mit dem Kauf ist es allerdings nicht getan, denn schließlich muss man zunächst einen
Pilotenschein machen. "Getankt wird normales Benzin und der Verbrauch ist gar nicht so hoch, wie man meint", sagte Karg
mit einem Lächeln. Das bestätigte auch ein Ehepaar aus Hahn im Hünsrück. Die beiden Hobby-Flieger
hatten sich morgens auf den Weg nach in die Eifel gemacht und landeten nach 45 Minuten in Schwarzmaar. "Wir haben etwa 6 Liter
verflogen. Das geht doch."
Während der Veranstaltung durften auch zahlreiche Kinder mitfliegen.
Der Verein hatte die Pänz der Vernicher Grundschule eingeladen, um einen ersten Kontakt zum Fliegen herzustellen.
"Den Kindern und Eltern hat es sehr viel Spaß gemacht und vielleicht sind die Co-Piloten von heute die Mitglieder
von morgen", sagte Karg.
Dabei muss man gar nicht sofort ein eigenes Flugzeug kaufen. "Viele unserer 100 Mitglieder
haben auch so genannte Fluggemeinschaften. Das heißt, dass sich mehrere Piloten ein Flugzeug teilen", sagte der 1. Vorsitzende.
Das nächste Highlight ist auch schon gar nicht mehr so weit entfernt, denn natürlich wird im Jubiläumsjahr auch das große Flugplatz-Wiesenfest stattfinden. Im August können die Hobby-Piloten viele Besucher begrüßen.
Rundschau-Reporter Tom Steinicke hob ab
Zeit mir Gedanken zu machen, hatte ich nicht, denn der Vorsitzende
der Ultraleicht-Fluggruppe, Werner Karg, sagte spontan "Ja",
als ich ihn fragte, ob ich mitfliegen dürfte.
Nur eine Minute später saß ich auf dem Platz des Co-Piloten,
musste mich anschnallen und natürlich auch die obligatorischen
Kopfhörer aufsetzen, um mit dem Tower kommunizieren zu können.
"Du darfst alles machen, aber bitte zieh nie an diesem roten
Hebel über dir", sagte Karg auf dem Weg zur Startbahn.
Als wir dann vom Tower unser "ready-for-take-off" bekamen,
ging alles recht schnell. Ehe ich mich versah, waren wir schon über
Derkum und als Euskirchener bekam ich sogar einen Rundflug über
eine Heimatstadt spendiert. Mit rund 140 km/h näherten wir
uns der Kreisstadt und flogen dann in einer großen Schleife
wieder zurück Richtung Flugplatz bei Schwarzmaar.
Die Aussicht war wirklich toll und die Zeit verging leider viel
zu schnell, denn die Freiheit war wirklich grenzenlos. Wie es sich
für einen Charterflug gehört, klatschte ich für die
problemlose Landung auch gerne Beifall.
Als ich dann wieder festen Boden unter den Füssen hatte, klärte
mich Karg über den roten Hebel auf: "Er löst zwar
nicht den Schleudersitz aus, aber jedes Flugzeug besitzt eine kleine
Rakete im Heck, die im Notfall einen Gleitschirm entfaltet. Daran
würde das Flugzeug gen Boden gleiten."
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